Um bereits vorhandene Administrativdaten mehrfach und unkompliziert nutzen zu können, wie es das erste strategische Ziel vorsieht, müssen die Produktionsprozesse der Statistikproduzenten weiterentwickelt werden. Solche flexiblen statistischen Produktionssysteme reduzieren die Belastung der befragten Personen, Unternehmen und Institutionen. Ausserdem erlauben sie eine rasche und effiziente Reaktion auf neue Informationsbedürfnisse.

Strategisches Ziel 3
Die Produktion der statistischen Informationen basiert auf einer optimierten Nutzung der verfügbaren Grundlagen, Ressourcen und Methoden.
Diese Zielsetzung dient als Leitlinie für die Weiterentwicklung der statistischen Produktionsprozesse und die Umsetzung der dafür notwendigen Innovationen. Sie bezweckt den Aufbau der notwendigen Kompetenzen der Bundesstatistik zu Bereitstellung der statistischen Informationen und Dienstleistungen gemäss den ersten beiden strategischen Zielen. Grundlage dafür bilden die konsequente Umsetzung allgemeingültiger Standards und die gezielte Identifikation von innovativen Wegen zur Erstellung von statistischen Informationen mittels effizienter Prozesse und moderner Technologien, einschliesslich der teilweisen Automatisierung von Standardabläufen.
Ziel sind flexible statistische Produktionssysteme, die bei einer möglichst tiefen Belastung der befragten Personen, Unternehmen und Institutionen eine rasche und effiziente Reaktion auf neue Informationsbedürfnisse erlauben. Dazu werden die Definitionen der Variablen in den verschiedenen Erhebungen so weit wie möglich vereinheitlicht, die in der Basisproduktion verwendeten Methoden weiter harmonisiert sowie standardisierte Informatiklösungen weiterentwickelt. Mit einem effizienteren Einsatz von statistischen Methoden und der Verwendung geeigneter, noch ungenutzter Datenquellen wird die Qualität der statistischen Produktion verbessert und die Belastung der Befragten reduziert.
Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Aufrechterhaltung, Förderung und Überwachung der Qualität in allen Bereichen der Statistikproduktion, insbesondere mit Blick auf die Verwendung neuer Methoden und/oder neuer Datenquellen.
Schwerpunkte 2020 – 2023
Das Monitoring der Nutzbarkeit noch nicht erschlossener administrativer und anderer Datenquellen und die Arbeiten für die Datenintegration werden intensiviert. Dies mit dem Ziel, zusätzliche Erhebungen wenn immer möglich zu vermeiden oder bestehende Erhebungen umfangmässig zu reduzieren und konkrete Potenziale aus der Nutzung alternativer Datenquellen zur Unterstützung der ordentlichen statistischen Produktion zu realisieren.
Die Eignung von neuen, komplementären Methoden wie beispielsweise «machine learning»
oder «Predictive Analytics» zur Weiterentwicklung der statistischen Produktion wird systematisch geprüft und getestet. Dabei steht die Erweiterung und/oder Ergänzung aller Prozessschritte der bestehenden Statistikproduktion unter Einhaltung der Qualitätsvorgaben der öffentlichen Statistik im Vordergrund.
Für die gezielte Umsetzung von methodischen und technischen Innovationen werden die kulturellen (bspw. Fehlerkultur), technischen («sandboxing» breite Verfügbarkeit technologischer Mittel usw.) und organisatorischen (Zusammenarbeitsformen usw.) Voraussetzungen geschaffen.
Durch die weitere Konkretisierung der Vorgaben und entsprechende organisatorische und technische Massnahmen wird der Datenschutz in allen Bereichen der statistischen Produktion langfristig gewährleistet. Dies insbesondere mit Blick auf zusätzliche Risiken, die sich aus Entwicklungen wie der Verknüpfung oder der erweiterten Diffusion von Daten ergeben. Dabei spielt auch die Weiterentwicklung statistischer Methoden eine zentrale Rolle, mit denen beispielsweise mit einem kontrollierten Verlust bei der Interpretier- und Nutzbarkeit weniger hoch aggregierte Daten ohne Verletzung des Datenschutzes der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden können.